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Was Errol Flynn mit einem Mord am Wannsee zu tun hat

26/2/2025

 
​Hollywood/Berlin
Denkt man an Hollywood und Nachkriegsberlin, denkt man zuallererst an die wunderbare amerikanische Filmkomödie „Eins, zwei, drei“ von Billy Wilder. Der Sohn jüdischer Eltern war rechtzeitig aus Berlin geflohen und hatte in Hollywood große Karriere gemacht. Sein Film aus dem Jahr 1961 wurde jedoch damals zum Flop, weil man angesichts des Baus der Mauer nicht mal darüber schmunzeln konnte. Sein sarkastischer Blick auf die real existierenden Verhältnisse in West - und Ostberlin wirkte auf die meisten Zuschauer wie blanker Zynismus.
Erst in den 1980er Jahren wurde „Eins, zwei, drei“ ein voller Erfolg und man konnte wieder herzhaft lachen über Darsteller wie Horst Buchholz, James Cagney, Liselotte Pulver und den speziellen Humor eines Regisseurs wie Billy Wilder.
Berlin
Es gibt jedoch auch eine viel tragischere Verbindung nach Hollywood, die bereits Ende März 1946 mit dem Fund einer weitgehend verwesten Leiche in der Nähe des Strandbads Wannsees begann. Die Unbekannte wurde in einem Schützenloch gefunden, das noch zur Verteidigung Berlin ausgehoben wurde.
Aus diesem Grund lag die Vermutung nahe, dass es sich um ein Opfer aus der Endphase des Krieges handeln könnte. Die Polizei war sich jedenfalls vollkommen sicher. Im Kriminaltagebuch wurde der Fall unter der Überschrift „Tod durch Feindeinwirkung“ beschrieben.
Die Ermittlungsbeamten sollten sich jedoch gewaltig irren, denn bei der Toten handelte es sich um die 28-jährige Frau, die ein halbes Jahr zuvor am 3. Oktober 1945 von zwei Männern erschlagen worden war. Ihr Mörder war der im Sudetenland geborene Walter Rampfel, Mittäter ein Österreicher namens Manfred Lentner. 
Nach Kriegsende hatten sich Rampfel und Lentner im Kriegsgefangenenlager Sagan in Niederschlesien kennengelernt, am 30. August 1945 waren sie gemeinsam entlassen worden. Rampfel folgte seinem Kumpel nach Berlin, wo Lentner seine Ehefrau suchte, die er während der Kriegsjahre geheiratet hatte. Aber er fand sie in den Nachkriegswirren in einem zerstörten Land voller Flüchtlinge und Heimatlosen nicht wieder. Lentner, der schon immer gerne mehrgleisig gefahren war, suchte daher der Einfachheit halber eine frühere Geliebte in derselben Stadt auf, wo er fortan wohnte.
Rampfel wurde im gleichen Haus als Untermieter bei einer Frau namens Liesbeth Hobeck untergebracht. Die Gelegenheit ließ er nicht ungenutzt und fing sogleich ein Verhältnis mit ihr an. Sie wollte heiraten, er nicht. Lentner wollte in diesem Konflikt vermitteln und ihm soll sie laut dessen späteren Aussage gesagt haben: „lieber sterben als von ihm lassen.“ Hobeck hielt ihren Liebhaber jedenfalls finanziell aus und verkaufte dafür ihre gesamten Habseligkeiten.
Schließlich ging Rampfel zum Schein auf Hobecks Heiratswunsch ein und erklärte, er wolle mit ihr in ihren Heimatort Datteln in Westfalen ziehen, um sie dort zu ehelichen. In Datteln wohnte ihre Mutter, und Hobeck hatte auch ihre vier Kinder dort untergebracht.
Sie träumte wohl von einem trauten Familienleben in der Kleinstadt. Er - wie gesagt -eher nicht.
In Wahrheit planten Rampfel und sein Kumpel Lentner etwas ganz anderes: Rampfel sagte aus: „Liesbeth ließ in ihrem Wahnsinn, mich zum Gatten zu haben, nicht nach, und so wurden wir uns einig, sie im Zug sitzen zu lassen, nachdem wir sie nicht überzeugen konnten. Ihr Geld, am Tag der Abfahrt noch gut RM 2000 zählend gab sie mir schon die letzten 14 Tage vorher. Auch ihren Schmuck, aus Ring und Ohrgehänge bestehend, gab sie mir, da sie Angst hatte, die Russen nähmen es ihr ab.“ 
Als sie am Bahnhof Wannsee angekommen waren, mussten sie mehrere Stunden auf den Anschlusszug warten und machten es sich in der Nähe im Wald gemütlich, um ein wenig auszuruhen. Das nutzte Lentner aus, um die verliebte Liesbeth mit einem Winkeleisen zu erschlagen, während Rampfel ihr den Mund zuhielt. 
So zumindest Rampfels schriftliches Geständnis, das natürlich stark beschönigend war: „Sie wollte lieber sterben, als Dich zu lassen, und den Gefallen habe ich ihr getan“, soll Lentner nach der Tat gesagt haben. Danach fuhren beide wieder zurück nach Berlin, wo bereits zwei neue Frauen auf sie warteten. Männer waren schließlich Mangelware in der Nachkriegszeit. 
Weil die zwei Halunken aber befürchteten, Hobeck sei gefunden worden, erfasste sie nach wenigen Tagen die Panik, und sie flüchteten nach Großröhrsdorf in der Nähe von Dresden, wo Rampfels Mutter und seine Schwester inzwischen wohnten. 
Doch erst im Dezember 1945 meldete Hobecks Mutter ihre Tochter als vermisst. Schon bald waren die letzten Reisebegleiter von Liesbeth Hobeck ausfindig gemacht. In Großröhrsdorf wurde Rampfel festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Der bereits verheiratete Lentner, hatte dort inzwischen eine Frau aus der Gegend kennengelernt und erneut geheiratet, nachdem er bei Rampfels Schwester nicht weitergekommen war. Er konnte sich - im Gegensatz zu seinem Mittäter - der Festnahme entziehen und machte sich rechtzeitig aus dem Staub. 
Später widerrief Rampfel sein Geständnis und behauptete, Lentner habe die Tat alleine verübt, und er selbst sei so dumm gewesen, einen heiligen Eid zu schwören, ihn nicht zu verraten. Dieses erneute mehrseitige schriftliche Geständnis, mit dem er sich vollkommen reinwaschen wollte, war ziemlich durchsichtig, und so glaubte ihm niemand. 
Mit Urteil vom 20. Februar 1947 wurde Rampfel zum Tod verurteilt und am 6. April 1948 in Berlin hingerichtet.
Hollywood
Jedoch ist die Geschichte hiermit nicht zu Ende, denn Lentner war ja immer noch auf der Flucht. Er wurde zwar in Österreich festgenommen, konnte aber 1947 aus dem Kreisgefängnis Korneuburg fliehen und tauchte danach, zuletzt mit dem Namen Walter Praxmarer, unter. Laut eigener Aussage tötete er bei seiner Flucht einen Polizisten.
Von seiner erneuten Festnahme Ende 1951 in Rabat in Marokko erfuhr die Berliner Generalstaatsanwaltschaft erst Jahre später von einem Redakteur des Berliner „Tagesspiegels“. Der verfolgte die Auslandsnachrichten, vor allem auch spektakuläre und glamouröse Geschichten aus dem Jetset und stieß dabei auf den Zusammenhang Hollywoods mit einem Berliner Nachkriegsmord. Der Spiegel berichtete 1951 folgendermaßen über einen myteriösen Fall aus der Welt der Reichen und Schönen: „Als die schlanke 80-Tonnen-Zweimast-Jacht ‚Kangaroa‘ (deutsch: ‚Känguruh‘) des australischen Riviera-Nichtstuers Freddie McEvoy an einem Abend der vorletzten Woche in einem Sturm (Windgeschwindigkeit 110 Stundenkilometer) auf der Höhe der Stadt Mazagan (Marokko) auf ein Riff lief und sank, blieben eine Menge offener Fragen zurück.“ 
Der Eigentümer der Jacht war ein bekannter Mann in Hollywood und nicht nur dort. Frederick Joseph McEvoy, seine Frau und mehrere andere segelten am 7. November 1951 von Tanger zu den Bahamas, als sie vor Marokko sanken. Es gab nur drei Überlebende, fünf Menschen ertranken.
McEvoy, wegen seines riskanten Lebensstils „Suicide Freddie“ genannt, hatte als Bobfahrer 1937 und 1938 bei Weltmeisterschaften drei Gold- und zwei Silbermedaillen gewonnen. Außerdem war er der britische Fahnenträger bei den Olympischen Winterspielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen und der erste Australier, der eine Medaille – Bronze – bei den Olympischen Winterspielen gewann. Nebenbei fuhr er meist mit einem Maserati - auch in Europa - Autorennen, lebte später in Hollywood und brachte es neben seinem guten Freund - dem weltberühmten Schauspieler - Errol Flynn, dessen Trauzeuge er war, zu Kurzauftritten in zwei Filmen. Flynn, der in ein Verfahren wegen Vergewaltigung Minderjähriger verwickelt war, wurde von seinem Freund McEvoy vehement verteidigt. Die vermeintliche Straftat an der 17-Jährigen soll während einer Party in McEvoys Haus in Bel Air begangen worden sein. Errol Flynn wurde auch aufgrund der Aussage von Freddy McEvoy freigeprochen. Als Freddy 1949 in Miami seine dritte Frau heiratete, war Errol sein Trauzeuge.
Die Polizei von Casablanca, wohin die Überlebenden des Schiffsunglücks gebracht worden waren, begann eine Untersuchung. Praxmarer machte sich verdächtig, wurde verhaftet, Zeitungen druckten sein Bild und die Polizei von Wien erkannte ihn als den flüchtigen Mörder Manfred Lentner. Lentner sagte aus, dass er nach Italien flüchtete, in Rom einem Walter Praxmarer die Papiere stahl und danach an der französische Riviera Freddie McEvoy kennenlernte, dem er seine Geschichte erzählte und der ihn engagierte.
McEvoy betrachtete sich selbst als den „Playboy der westlichen Welt“. Als Playboy heiratete er drei wohlhabende Erbinnen, die entweder doppelt oder halb so alt wie er selbst waren. Seine erste Frau war doppelt so alt wie er und Erbin eines Vermögens von Standard Oil. Er wurde später wegen Untreue schuldig geschieden. Danach heiratete McEvoy die Tochter des Präsidenten von Standard Oil of Kansas. Sie war zum Zeitpunkt der Heirat mit 18 Jahren halb so alt wie er. Dummerweise wurde die Tochter von ihrem Vater enterbt, nachdem sie durchgebrannt war, und die Ehe hielt nur zwei Jahre. Dann lernte er Barbara Hutton kennen, eine weitere reiche Erbin, die sich gerade von ihrem dritten Ehemann Cary Grant hatte scheiden lassen und als reichste Frau der Welt galt. Ein paar Jahre hielt angeblich die Beziehung, ohne Trauschein. 1949 heiratete Freddy dann Claude Stephanie Filatre, ein französisches Model, die mit ihm später im Meer sterben sollte.
Der schillernde „Suicide Freddie“ hatte einen Schlag bei den Frauen aber keinen sonderlich guten Ruf bei den Behörden. Es gab Behauptungen, dass McEvoy ein Antisemit sei, der heimlich für das Dritte Reich arbeitete. Das FBI, das ihn zusammen mit mehreren seiner Freunde und Kollegen überwachte, bezeichnete ihn als „einen ‚internationalen Zuhälter‘, der an seinem eigenen Wohlergehen interessiert ist und wahrscheinlich nicht an Aktivitäten beteiligt ist, die den Interessen des Landes schaden.“ 
Auch der britische militärische Spionage-Abwehrdienst hatte sich in die Ermittlungen eingeklinkt, denn es wurde gemunkelt, dass McEvoy als Waffen- und Alkoholschmuggler mit seiner Jacht eine Menge Geld verdiente. Marokko galt als Schmuggelumschlagplatz, vor allem für den Ostblock. Die Umstände seines Todes am 7. November 1951 waren mysteriös.
Der Spiegel schrieb 1951 unter der Überschrift „Selbstmord-Freddie“: „Wie kam es, daß die ‚Kangaroa‘, ein vollkommen seetüchtiges Fahrzeug, bei so schlechtem Wetter so dicht unter der Küste gekreuzt hatte? Der französische Stewart, der spanische Koch (beide vorbestraft) und die Zofe Cécile Bruneau waren ertrunken. Freddie McEvoy hatte seine hübsche, blonde Frau Claude, 27, an einen Mast gebunden und war über Bord gesprungen, um Hilfe zu holen. Er ertrank, obwohl er ein ausgezeichneter Schwimmer und Amateur-Unterwasserjäger war. Wie kam es, daß sich die drei restlichen Mitglieder der Mannschaft, der Deutsche Willi Gehring, Maat, der Österreicher Franz Krotil, Matrose, und der Österreicher Walter Praxmarer, alle drei sehr mittelmäßige Schwimmer, an die Küste retten konnten?“
Angeblich kannte „Suicide Freddie“ ja laut dessen eigener Aussage Walter Praxmarers Geschichte und wusste von dessen Tat als Manfred Lentner in Berlin. Aber die Polizisten vor Ort konnten nicht feststellen, inwieweit Lentner in den vermeintlichen Schmuggel seines Chefs involviert war – und ob er auch McEvoy getötet hatte. Lentner wurde daher nach einem Jahr Ermittlungen und Untersuchungshaft von Marokko an Österreich ausgeliefert und dort am 7. Mai 1954 wegen des Mordes an Liesbeth Hobeck und wegen Bigamie zu 15 Jahren schweren Kerkers verurteilt, „verschärft durch [...] einsame Absperrung in dunkler Zelle an jedem 3. Oktober (dem Tag des Mordes) jeden Jahres der Strafhaft.“ Danach verliert sich seine Spur. Wäre er nicht erfolgreich geflüchtet, wäre er wohl bereits - wie sein Mittäter - 1948 in Berlin geköpft worden.
 
 
Ernst Reuß ist Autor. 2022 erschien sein Buch "Endzeit und Neubeginn, Berliner Nachkriegsgeschichten". Das Buch gibt es auch als Kindle und Tolino.
 
Legal Tribune Online vom 8. Februar 2025

Magellan

15/2/2025

 
Gemeinhin gilt Ferdinand Magellan, nach dem die von ihm als ersten Europäer entdeckte Magellanstraße benannt wurde, auch als erster Weltumsegler. Doch dem ist nicht so. Zwar kam am 6. September 1522 eines seiner Schiffe nach ihrer abenteuerlichen Weltumrundung wieder in Spanien an. Es war allerdings Juan Sebastián Elcano, der fast drei Jahre nach dem Aufbruch der Expedition mit Magellans Schiff wieder im spanischen Heimathafen einfuhr. Die erste Weltumsegelung war ein Meilenstein in der Geschichte der Seefahrt.
Magellan selbst war bereits eineinhalb Jahre zuvor, am 27. April 1521, gestorben. Genauso erging es vielen seiner Crew. Ein kümmerlicher Rest von 18 Mann, der einstmals ungefähr 240 Besatzungsmitglieder auf fünf Schiffen, war übrig geblieben. Weitere Expeditionsteilnehmer kamen allerdings auf anderem Weg wieder nach Spanien zurück.
Einer von diesen 18 Seeleute war der Italiener Antonio Pigafetta, dessen Reisebericht überliefert ist und nun erneut auf deutsch vorliegt. Der Historiker Christian Jostmann hat ihn neu übersetzt und eine sehr interessanten Einleitung ordnet den Bericht ein.
Pigafetta schrieb über die Rückkehr: „Danach fuhren wir zwei Monate unentwegt nach Nordwesten, ohne irgendwelche frische Nahrung aufzunehmen. In dieser Zeit starben uns 21 Männer. Wenn wir sie ins Meer warfen, sanken die Christen mit dem Gesicht nach oben in die Tiefe, und die Inder stets mit dem Gesicht nach unten. Und wenn Gott uns nicht gutes Wetter besorgt hätte, wären wir alle hungers gestorben.“
Erst durch seinen Bericht, in dem er seinen von ihm anscheinend sehr verehrten und inzwischen verstorbenen Kapitän ein Denkmal setzte und ihn gegen seine Feinde und Kritiker verteidigte, wurde Magellan zum Mythos. Es gab durchaus auch andere Ansichten zu Magellan. Während der Reise kam es zu heftigen Konflikten zwischen Kapitän und Mannschaft, einschließlich Meutereien, Desertionen und von Magellan angeordneten Hinrichtungen.
Der mit viel Seemansgarn aufgehübschte, subjektive Reisebericht ist sehr lesenswert und amüsant. Er zeigt die Vorstellungswelt eines im 16. Jahrhundert lebenden Europäers, der auszog um die Welt kennenzulernen. Viele erklärende Fußnoten lassen seinen Bericht besser verstehen. Beispielsweise schrieb Pigafetta: „Dieses Land von Verzin ist sehr üppig und größer als Spanien, Frankreich und Italien zusammen. Es gehört dem König von Portugal. Die Völker dieses Landes sind keine Christen und beten nichts an. Sie leben nach den Gebräuchen der Natur und werden 125 und 140 Jahre alt.“
Die Bevölkerung dieses Landes, also die Brasilianer, bezeichnete er als Menschenfresser, aber nicht weil es ihnen schmecken würde, sondern weil es ein alter Brauch sei, der damit begann dass eine Frau einem Krieger aus Wut über den Tod ihres Sohnes in die Schulter biss.
Pigafetta beschreibt die Einheimischen durchweg als nackte Wilde. So sah man das wohl damals und nötigte den Einwohnern ihren Willen und ihre christliche Religion auf. Portugal und Spanien hatten die Erde in einem Vertrag mit dem Papst unter sich aufgeteilt, nun galt es auch die „Heiden“ zu bekehren und zu erlösen. Außerdem musste das Land für den König formell in Beschlag genommen werden.
Pigafetta schrieb über all das mit bemerkenswerter Offenheit und interessierte sich sehr für die sexuellen und kulturellen Gebräuche der Einheimischen, die er meist als Inder bezeichnete.
Am 20. September 1519 war Magellan im Auftrag der spanischen Krone in See gestochen, auf der Suche nach einer besseren Route zu den sagenhaften Gewürzinseln. Dorthin also, wo unter anderem der sehr wertvolle Pfeffer wuchs. Magellan selbst starb auf der kleinen Philippinen-Insel Mactan. Als Herrenmensch wollte er ein Exempel an der rebellischen Bevölkerung statuieren, scheiterte aber an seiner Arroganz und seinen Überlegenheitsphantasien.
Auch Pigafetta war bei Magellans letztem Gefecht dabei, überlebte aber seinen Kapitän mit dem Streifschuss eines Pfeils im Gesicht. Er berichtete daher als direkter Augenzeuge. Magellan hatte in einer Racheaktion befohlen die Häuser der Gegner niederzubrennen. Pigafetta stellte fest: „Doch als diese ihre Häuser brennen sahen, wurden sie noch wilder.“
Einem Insulaner gelang es, Magellan mit der Lanze im Gesicht zu verwunden. Danach stürzten sich die anderen in einem Pulk auf ihn.
Magellan erlebte das Ende der Weltumrundung nicht mehr.
 
 
Ernst Reuß
 
 
Antonio Pigafetta, An Bord mit Magellan. Bericht über die erste Reise rund um die Welt 1519-1522. Übersetzt von Christian Jostmann, Verlag C. H. Beck, München 2025, 221 Seiten, 22 €.
ND vom 19. Oktober 2021
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    Autor

    ​Ernst Reuß, geboren 1962 in Franken. Studium der Rechtswissenschaften in Erlangen und Wien. Promotion an der Humboldt - Universität zu Berlin. Danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin und im Bundestag beschäftigt.
    ​Lebt als Autor in Berlin.

    Publikationsauswahl:
    Berliner Justizgeschichte / Millionäre fahren nicht auf Fahrrädern / Gefangen! Zwei Großväter im Zweiten Weltkrieg / Mord? Totschlag? Oder was? / Sirius, Katzenkönig und Co. / Mord und Totschlag in Berlin / Endzeit und Neubeginn.


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